Die Entität der Organisation ist für die moderne Gesellschaft elementar: Zur Bewältigung von diversen Problemfeldern findet regelmäßig die Bildung von Organisationen Anwendung. Organisationales Lernen aus Fehlern stellt somit als Korrektur- und Anpassungsprozess ein zentrales Phänomen menschlichen Wirkens dar. Trotz eines erhöhten interdisziplinären Forschungsinteresses lässt sich eine Stagnation der Theorienbildung feststellen, der mit der vorliegenden Arbeit grundlagentheoretisch begegnet werden soll. Der Fehler wird als Lernanlass und Beobachtungszeitpunkt gewählt, um die Komplexität und Kontinuität organisationalen Wirkens punktuell zu fixieren und durch den inhärenten Veränderungswunsch Einblicke in die Organisation zu erhalten. Auf der Grundlage einer begrifflichen Differenzierung der Theoreme Organisation, Fehler und Lernen wird eine qualitativ ausgerichtete Literaturanalyse durchgeführt, um den Gegenstand des organisationalen Lernens deduktiv zu untersuchen. Hierbei werden Faktoren und Wirkungsmechanismen des Prozesses extrahiert. Die entstehenden Theorieansätze werden formuliert, um empirisch geprüft werden zu können. Auf diese Weise erfolgt die Zusammenführung interdisziplinärer Erkenntnisse mit dem Ziel einer Annäherung an eine allgemeine Theorie des organisationalen Lernens und somit einer weiteren Nutzung der Erkenntnisgewinne. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen eine Notwendigkeit der Beschreibung von operativen, organisationalen Lernprozessen sowie einer Homogenisierung der interdisziplinären Begriffe Organisation und Lernen. Neben der allgemeinen systemischen Komplexität weisen soziale Systeme ein hohes Maß an Partikularität auf, die hier als Organisationsspezifik bezeichnet wird. Die spezifische Komplexität ähnelt der Individualität des Menschen. Ausgehend von einer informationsorientierten Perspektive stehen Organisationen dauerhaft in einer Wechselbeziehung zur Umwelt, die sich durch den Abgleich von Informationen gestaltet. Die daraus entstehende Vielzahl von gleichzeitig ablaufenden und nur punktuell zu extrahierenden Prozessen, erschweren die exakte Rekonstruktion von organisationalen Lernprozessen als alleinstehendes Phänomen. Die hier vorgeschlagene Definition organisationalen Lernens nimmt eine grundsätzliche Lernfähigkeit von Organisationen an; das Ergebnis solcher Lernprozesse hängt jedoch von der Organisationsspezifik jeder einzelnen Organisation ab. Zur Entwicklung eines allgemeinen Theorieansatzes empfehlen sich deshalb systematische, qualitative Untersuchungen von unterschiedlichen organisationalen Kontexten, um somit die Komplexität von Organisationen verallgemeinern zu können.
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Die Entität der Organisation ist für die moderne Gesellschaft elementar: Zur Bewältigung von diversen Problemfeldern findet regelmäßig die Bildung von Organisationen Anwendung. Organisationales Lernen aus Fehlern stellt somit als Korrektur- und Anpassungsprozess ein zentrales Phänomen menschlichen Wirkens dar. Trotz eines erhöhten interdisziplinären Forschungsinteresses lässt sich eine Stagnation der Theorienbildung feststellen, der mit der vorliegenden Arbeit grundlagentheoretisch begegnet werd...
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