Mentoring hat eine lange Tradition und ist heutzutage für fast jeden ein Begriff. Mentoring-Programme werden in Zeiten von sich rasant verändernden Arbeitswelten, Globalisierung sowie Diversität als effiziente und individuell gestaltbare Maßnahme zur gezielten Personalentwicklung immer populärer. Als gut evaluiertes Instrument zum Zweck der Nachwuchsförderung und im Kontext der Chancengleichheit wurde im August 2016 das erste bundeswehrinterne Mentoring-Programm eingerichtet. Forschungsgegenstand dieser Dissertationsschrift ist der empirische Wirksamkeitsnachweis des Mentoring-Programms der Bundeswehr, welcher mittels quantitativem und qualitativem Ansatz erbracht wurde. Im Rahmen der quantitativen „Follow-up“-Erhebung wurde anhand von Online-Fragebögen der Einfluss des einjährigen Programms, über die drei Pilot-Durchgänge hinweg zu je drei Messzeitpunkten (zu Beginn des Programms (T1), zu dessen Ende (T2) sowie ca. ein Jahr nach dessen Abschluss (T3)), sowohl auf die Mentees (nT1 = 90; nT2 = 77; nT3 = 68) als auch die Mentorinnen bzw. Mentoren (nT1 = 81; nT2 = 74; nT3 = 46) untersucht. Im Zuge der qualitativen Analyse wurden, über die drei Durchgänge hinweg zu je zwei Erhebungsterminen, mit Hilfe von Interviews und unter Verwendung der „Thematischen Zusammenfassung“ nach Fisseni (2004) bedeutsame, idiosynkratische Veränderungen bzw. Effekte bei den Mentees (nT1 = 42; nT2 = 54) sowie Mentorinnen bzw. Mentoren (nT1 = 42; nT2 = 39) sichtbar gemacht und weitere Wirkfaktoren für den Erfolg formeller Mentoring-Programme elaboriert. Es zeigten sich im Rahmen der quantitativen Untersuchung bei den Mentees signifikante Veränderungen für den Aspekt „Zufriedenheit hinsichtlich der Arbeitsbedingungen“, welche bei einzelnen Kohorten eine Zunahme, bei anderen eine Abnahme nachwiesen. Ein Kompetenzzuwachs im Zuge des Mentorings ergab sich für die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen. Zudem konnte bei einzelnen Kohorten jeweils eine Zunahme für die „Wirksamkeit der Selbstdarstellung“ sowie für die Einschätzung der Bedeutung der Faktoren „Geschlecht“ und „Selbstvertrauen“ für eine erfolgreiche Karriere festgestellt werden. Ein struktureller Unterschied zwischen (karrierebezogenen) Erwartungen an das Mentoring-Programm vorab und deren Erfüllungsgrad im Nachgang konnte für einzelne Items bestätigt werden. Bei den Mentorinnen und Mentoren zeigte sich für den Aspekt „Reflexion der Führungskompetenz“ eine positive Veränderung. Ein Unterschied zwischen dem zuvor erwarteten und dem später tatsächlich eingetretenen Ausmaß der Unterstützung der Mentees durch die Mentorinnen bzw. Mentoren im Hinblick auf ausgewählte Aspekte konnte für einen Teil bestätigt werden. Im Zuge der Interviews wurde darüber hinaus u. a. der Gewinn an Gelassenheit, eine umfassendere Selbstreflexion, eine Stärkung des Selbstvertrauens bzw. der Selbstsicherheit, ein tieferes bundeswehrspezifisches Wissen, eine Horizonterweiterung und ein umsichtiges Führungsverhalten berichtet. Die Befunde der vorliegenden Dissertationsschrift konnten insgesamt die positiven Effekte und ein breites Wirkungsspektrum des Mentoring-Programms der Bundeswehr aufzeigen sowie dessen Potenzial unterstreichen.
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Mentoring hat eine lange Tradition und ist heutzutage für fast jeden ein Begriff. Mentoring-Programme werden in Zeiten von sich rasant verändernden Arbeitswelten, Globalisierung sowie Diversität als effiziente und individuell gestaltbare Maßnahme zur gezielten Personalentwicklung immer populärer. Als gut evaluiertes Instrument zum Zweck der Nachwuchsförderung und im Kontext der Chancengleichheit wurde im August 2016 das erste bundeswehrinterne Mentoring-Programm eingerichtet. Forschungsgegenstan...
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