Hintergrund
Digitale bewegungsbezogene Versorgungsleistungen (dbVL) gewinnen zunehmend in der deutschen Gesundheitsversorgung an Bedeutung, während aktuell Qualitätsanforderungen und Wirksamkeitskriterien noch einem dynamischen Entwicklungsprozess unterliegen. Ziel des Beitrags ist eine begriffliche Einordnung von dbVL sowie die systematische Darstellung des Status quo der Einsatzmöglichkeiten und der Qualitätsanforderungen in der Versorgungspraxis.
Methode
Für die begriffliche Einordnung wurden bestehende Perspektiven der Bewegungsversorgung sowie internationale Klassifikationssysteme digitaler Gesundheitsinterventionen berücksichtigt. Gesetzliche Rahmenbedingungen sowie spezifische Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen für die Versorgung mit dbVL wurden aus verfügbaren, versorgungsrelevanten Dokumenten systematisch synthetisiert.
Ergebnisse
In allen Versorgungskontexten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich den Einsatz von dbVL. Die Analyse zeigt jedoch eine erhebliche, teils sektoral bedingte Heterogenität und Fragmentierung hinsichtlich der Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen.
Diskussion
Die Analyse verdeutlicht den Bedarf einheitlicher und kontextübergreifender Systematisierungen, Qualitätsanforderungen und Evaluationskriterien für dbVL. Zentrale abgeleitete Positionen sind die Einbindung bewegungsbezogener Expertise, nutzerinnen- und nutzerzentrierte Entwicklung und technologieadäquate Evaluationsansätze. Zugleich wird sichtbar, dass die derzeitige sektorale Fragmentierung konsensfähige, kontextübergreifende Evidenz- und Nutzenkonzepte sowie perspektivisch eine kohärentere regulatorische Neu-/Umordnung erfordert.
Abstract
Background
Digital physical activity-related health care services (dbVL) are becoming increasingly important in the German healthcare system, whilst quality requirements and criteria regarding efficacy are still undergoing a dynamic development process. The aim of this article is to provide a conceptual classification for dbVL and a systematic overview of the current state of their potential usage and quality requirements in healthcare practice.
Methods
To establish a conceptual classification, existing perspectives on physical activity-related health care and international classification systems for digital health interventions were taken into account. Legal frameworks and specific quality and effectiveness requirements for dbVL were systematically synthesized from available healthcare-related documents.
Results
In all healthcare settings, the legal framework generally permits the use of dbVL. However, in some cases the analysis reveals significant healthcare sector-specific heterogeneity and fragmentation regarding quality and effectiveness requirements.
Discussion
The analysis highlights the need for consistent, cross-contextual systematization, quality requirements, and evaluation criteria for dbVL. Key implications include the integration of physical activity-related expertise, user-centered development, and technology-appropriate evaluation approaches. The current sectoral fragmentation calls for consensus-based, cross-contextual concepts of evidence and benefits, as well as, a more coherent regulatory restructuring in the long term.
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Hintergrund
Digitale bewegungsbezogene Versorgungsleistungen (dbVL) gewinnen zunehmend in der deutschen Gesundheitsversorgung an Bedeutung, während aktuell Qualitätsanforderungen und Wirksamkeitskriterien noch einem dynamischen Entwicklungsprozess unterliegen. Ziel des Beitrags ist eine begriffliche Einordnung von dbVL sowie die systematische Darstellung des Status quo der Einsatzmöglichkeiten und der Qualitätsanforderungen in der Versorgungspraxis.
Methode
Für die begriffliche Einordnung...
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