In seinem nur eine Seite langen Aufsatz zur „Geologie der Menschheit“ schildert der niederländi-sche Atmosphärenchemiker Paul J. Crutzen (2002) eindrücklich die immer stärkere Einflussnahme des Menschen auf die Entwicklung der Erde und prägt den Begriff des Anthropozäns. Dabei steht das Anthropozän aus seiner Sicht keineswegs für eine Beherrschung der Natur (im Sinne etwa einer Mastery of Nature). Eher definiert es eine Epoche, in der die Menschheit als geologische Kraft den Zustand der Natur in vielen Fällen ungeplant und ungewollt dauerhaft verändert. Einiges spricht dafür, dass diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten durch die kapitalistische Wirtschaftsweise und dem Primat der neoklassischen Wachstumstheorie zumindest mit herbeige-führt wurde. Vor diesem Hintergrund widmet sich der vorliegende Beitrag der Frage, ob sich aus der Ökologischen Ökonomie heraus ein alternatives Narrativ zum antagonistischen Mensch-Natur-Verhältnis in der neoklassischen Gedankenwelt entwickeln ließe. Festgemacht wird dies anhand von drei zentralen Unterscheidungsmerkmalen der ökologischen gegenüber der neoklassischen Ökonomie: der expliziten Berücksichtigung biophysikalischer Eigenschaften des Produktionspro-zesses, der Bewertung natürlicher Güter sowie der Bedeutung von Embeddedness und Kontext für eine nachhaltige Entwicklung.
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In seinem nur eine Seite langen Aufsatz zur „Geologie der Menschheit“ schildert der niederländi-sche Atmosphärenchemiker Paul J. Crutzen (2002) eindrücklich die immer stärkere Einflussnahme des Menschen auf die Entwicklung der Erde und prägt den Begriff des Anthropozäns. Dabei steht das Anthropozän aus seiner Sicht keineswegs für eine Beherrschung der Natur (im Sinne etwa einer Mastery of Nature). Eher definiert es eine Epoche, in der die Menschheit als geologische Kraft den Zustand der Natur in...
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