In dieser Masterarbeit werden traditionelle, agile und Lean Vorgehensweisen in großen Bau- und
Infrastrukturprojekten verglichen. Veranlasst wurde diese Untersuchung durch die wachsenden
Herausforderungen in einem dynamischer werdenden Umfeld und oft kritischen Wahrnehmungen
von Großprojekten in Deutschland, wie die Beispiele des Berliner Flughafens, der Elbphilharmonie
in Hamburg oder zahlreiche Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn verdeutlichen.
Ziel der Arbeit: Ziel der Arbeit ist es, ob und wie moderne Projektmanagement-Vorgehensmodelle
und Methoden in die starr und traditionell geprägte deutsche Baubranche, speziell bei großen Bau- und Infrastrukturprojekten, eingesetzt werden können. Da agile, Lean und hybride Praktiken im
Ausland und in anderen Branchen bereits starken Einfluss gewonnen haben, sollen mögliche Optionen aufgezeigt werden, das Vorgehen in Projekten der Baubranche zu verbessern. Gleichermaßen werden die traditionellen Vorgehensweisen untersucht und gezeigt, warum sie so fest verankert
sind.
Methodik: Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert:
1. Teil A – Theoretische Recherche: Hier werden die Grundlagen des Projektmanagements
in Bezug auf die Baubranche dargestellt. Im Rahmen einer Literaturrecherche werden die
gängigen Projektmanagementstandards und ihre Merkmale untersucht sowie die Kriterien
für den Projekterfolg analysiert. Im Hauptteil werden traditionelle, agile, Lean und hybride
Vorgehensmodelle und Methoden verglichen.
2. Teil B – Praktische Analyse: Es wurde ein spezifisches Infrastrukturprojekt im Zeitraum
der Arbeit begleitet. Das Projekt wird hinsichtlich von Kriterien, die in Teil A erarbeitet
worden sind, analysiert und bewertet.
Ergebnisse:
• Standards: Große Bau- und Infrastrukturprojekte fordern aufgrund ihrer langen Laufzeiten, weite Vorausplanung und vielen Beteiligten phasenorientierte Prozesse und strukturiertes Vorgehen. Die HOAI ist hier maßgebend für diesen Projekttyp. Diese linearen Standards haben jedoch ihre Schwächen im Umgang mit einem dynamischer werdenden Umfeld.
• Traditionelle Vorgehensmodelle: Vor allem das Wasserfallmodell ist stark etabliert und
kann die nötige Struktur bieten. Es ist jedoch starr und hat Schwierigkeiten, mit Veränderungen umzugehen.
• Agile und Lean Vorgehensweisen: Agile Vorgehensweisen wie Scrum und Kanban sowie
Lean Ansätze zeigen großes Potenzial, insbesondere für Projekte mit hoher Komplexität
und Unsicherheit. Sie können aber allein den Anforderungen von Großprojekten nicht
standhalten.
• Hybride Modelle: Eine Kombination aus traditionellen und agilen/Lean Ansätzen kann
Vorteile bieten, insbesondere in großen Bauprojekten, die sowohl Stabilität als auch Flexibilität erfordern.
Schlussfolgerung: Die Arbeit zeigt, dass die Integration agiler und Lean Vorgehensweisen in großen Bau- und Infrastrukturprojekten möglich und vorteilhaft ist. Agile Ansätze zeigen besondere
Stärken in den frühen Projektphasen. Lean-Methoden eignen sich sowohl in den frühen Phasen als
auch im späteren Verlauf während der Ausführung. Es wird empfohlen, hybride Modelle weiterzuentwickeln und in die Projektmanagementstandards der Baubranche zu integrieren.
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In dieser Masterarbeit werden traditionelle, agile und Lean Vorgehensweisen in großen Bau- und
Infrastrukturprojekten verglichen. Veranlasst wurde diese Untersuchung durch die wachsenden
Herausforderungen in einem dynamischer werdenden Umfeld und oft kritischen Wahrnehmungen
von Großprojekten in Deutschland, wie die Beispiele des Berliner Flughafens, der Elbphilharmonie
in Hamburg oder zahlreiche Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn verdeutlichen.
Ziel der Arbeit: Ziel der Arbeit is...
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