Die Kostenermittlung und Risikoanalyse, sowie die entsprechende Visualisierung dieser in einem
digitalen Modell, ist Grundlage für einen gemeinsamen Konsens zwischen Auftraggeber (AG) und
Auftragnehmer (AN). Der AG möchte hierbei einen möglichst niedrigen Preis erzielen, während
der AN bestrebt ist, seinen Gewinn zu maximieren. Bisher sind im deutschen Bauwesen Einheitspreis- und Pauschalpreisverträge von großer Bedeutung. Jedoch fallen bei diesen Verträgen die tatsächlichen Herstellkosten deutlich höher aus, als sie gemäß Vertrag sein sollten.
Eine Lösung dieses Problems ist die Anwendung eines bereits in den USA bekannten Projektabwicklungsmodells, der „Integrierten Projektabwicklung (IPA)“, bei der die Elemente Ökonomie,
Projektkultur, Organisation und Arbeitsmethoden in den Vordergrund gerückt werden. Hierbei
werden mittels sogenannten „Open-Book“ – Verfahrens entstandene Projektkosten zwischen den
Projektpartnern transparent dargestellt.
Ein Beispiel eines solchen Modells ist der „Cost plus incentive fee“ – Vertrag, zu Deutsch „Kosten
plus Anreizzuschlag“. Hierbei wird das Ergebnis bzw. die Leistung vergütet. Es setzt den AN Anreize, eine bessere Performance zu erreichen, um dadurch die Effizienz des AN über die Vertragslaufzeit zu verbessern und Kosten zu minimieren.
In der vorliegenden Arbeit werden somit mehrere Anreizmechanismen vorgestellt, welche auf
Grundlage des fiktiven Tunnelbauprojekts „Richart-Basistunnel (RBT)“ mit angenommenen objektiven Parametern erstellt werden können. Hierbei werden zur Veranschaulichung die Kostenermittlung und Risikoanalyse des ersten Tunnelabschnitts mit Hilfe der Software „RIAAT“ der
RiskConsult GmbH erläutert, bevor mittels korrelierter Werte mögliche Anreizmechanismen entwickelt werden.
Abschließend konnten mittels einer Zusammenfassung der entwickelten Anreizmechanismen
mehrere Beispiele gegenübergestellt werden, welche Vorteile bieten, das Projekt günstiger abzuwickeln und gleichzeitig die Verlustwahrscheinlichkeit des AN zu minimieren.
«
Die Kostenermittlung und Risikoanalyse, sowie die entsprechende Visualisierung dieser in einem
digitalen Modell, ist Grundlage für einen gemeinsamen Konsens zwischen Auftraggeber (AG) und
Auftragnehmer (AN). Der AG möchte hierbei einen möglichst niedrigen Preis erzielen, während
der AN bestrebt ist, seinen Gewinn zu maximieren. Bisher sind im deutschen Bauwesen Einheitspreis- und Pauschalpreisverträge von großer Bedeutung. Jedoch fallen bei diesen Verträgen die tatsächlichen Herstellkosten...
»