Das militärische Einsatzkonzept des Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) integriert bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) in ein Team, um ihre jeweiligen Stärken bestmöglich zu nutzen: UAVs sind kosteneffizient, überwinden menschliche Leistungsgrenzen und können gefährliche Aufgaben übernehmen, während menschliche Entscheidungsträger die Führungsrolle übernehmen und so einen taktisch sinnvollen und ethisch verantwortbaren Einsatz der UAVs sicherstellen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Führungs- und Interaktionskonzepts, das es einem Nutzer ermöglicht, diese Führungsrolle einzunehmen und aus dem Cockpit eines Kampfflugzeuges mehrere unbemannte Luftfahrzeuge effektiv zu kommandieren. Das Konzept basiert auf einer auftragsbasierten Führung der UAVs und unterstützt den Nutzer durch zwei zentrale Funktionen in seiner Führungsaufgabe: Erstens bietet es schnell anwendbare und flexibel einsetzbare Interaktionsmethoden zur Delegation von Aufträgen. Zweitens integriert es eine Kritikfähigkeit in den Delegationsprozess, die den Nutzer auf mögliche Probleme hinweist und alternative Lösungsvorschläge unterbreitet. Zur Umsetzung des Konzepts wurden vier Interaktionsmethoden entwickelt, die eine Auftragsdelegation unter Nutzung von diskreten Touchscreen-Interaktionen, Touchscreen-Gesten, Sprachbefehlen sowie einer Kombination von Blickbewegungen und manuellen Knöpfen ermöglichen. Die Kritikfähigkeit wurde exemplarisch anhand verschiedener Anwendungsfälle umgesetzt. Beide Komponenten wurden in den Kampfflugzeugsimulator der Professur für Flugmechanik und Flugführung an der Universität der Bundeswehr München integriert. Das entwickelte System wurde in vier Mensch-Maschine-Versuchen mit Kampfflugzeugpiloten der Luftwaffe erprobt. Zwei Studien untersuchten das Gesamtsystem, während die anderen beiden die Interaktionsmethoden und die Kritikfähigkeit im Detail evaluierten. Die Ergebnisse bestätigen die Eignung des Konzepts zur Führung mehrerer unbemannter Luftfahrzeuge. Die Untersuchungen zeigten, dass eine Wahlfreiheit zwischen mehreren Interaktionsmethoden sinnvoll ist, da deren Eignung stark von situativen Faktoren abhängt. Hinsichtlich der Kritikfähigkeit ergab die Untersuchung, dass eine solche Fähigkeit die Wahrnehmung von Systemfehlern verbessern kann, jedoch mit höheren Interaktionszeiten einhergeht als eine vorschlagsbasierte Form der Unterstützung. Daher sollte je nach Anwendung abgewogen werden, ob kritikbasierte oder vorschlagsbasierte Ansätze besser geeignet sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit liefern somit wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung der UAV-Führung im Kontext von Manned-Unmanned Teaming.
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Das militärische Einsatzkonzept des Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) integriert bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) in ein Team, um ihre jeweiligen Stärken bestmöglich zu nutzen: UAVs sind kosteneffizient, überwinden menschliche Leistungsgrenzen und können gefährliche Aufgaben übernehmen, während menschliche Entscheidungsträger die Führungsrolle übernehmen und so einen taktisch sinnvollen und ethisch verantwortbaren Einsatz der UAVs sicherstellen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der En...
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