Durch die voranschreitende Digitalisierung in allen Wirtschaftssektoren wird diese auch im Bauwesen immer wichtiger. Methoden wie das Building Information Modelling bilden hier die Vorreiter für das Bauen der Zukunft. Auch in der Projektabwicklung, vor allem bei immer komplexer
werdenden Großprojekten, stellt das digitale Planen und Kalkulieren einen Kernbestandteil für den
Projekterfolg dar. Jedoch herrscht dadurch die Problematik, dass die aktuell geltenden und gängigen Kostenermittlungsprozesse, wie sie bei Pauschal- und Einheitspreisverträgen üblich sind, nicht
transparent genug sind, um diese ohne Probleme bei Verträgen mit innovativen Anreizsystemen
anwenden zu können. Zudem sind die konventionellen Prozesse für einen sogenannten Kostenbruch anfällig. Als Kostenbruch wird der Übergang der Kalkulation vom Auftraggeber bzw. Planer
auf den Auftragnehmer und die Umstellung der Kostengliederung bezeichnet. Dieser Kostenbruch
stört die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Kostenverläufen und führt somit zu Mehrkosten, ohne eine mögliche Identifikation der Ursachen.
Um diese Problematik anzugehen, wurden im Rahmen dieser Arbeit aktuell gängige Kostenermittlungsprozesse aufgearbeitet und mithilfe von Prozessdarstellungen visualisiert. Folgend wurden
diese Prozesse auf ihre Anfälligkeit für einen Kostenbruch mithilfe einer Bewertungsmatrix und
zuvor ermittelten Kriterien untersucht (Vergleich Tabelle 1). Letztlich wurde der Prozess der gemeinsamen probabilistischen Arbeitskalkulation als Ausgangsbasis für die Vermeidung des Kostenbruches spezifiziert.
Der probabilistische Kalkulationsprozess, in dieser Arbeit am Beispiel des Tunnelbaus erläutert,
erwies sich als besonders geeignet in Bezug auf eine digitale Implementierung und die Vermeidung
eines Kostenbruchs.
Die einzelnen Prozessschritte wurden weiter ausgearbeitet und schließlich wurde der gesamte Prozess in der innovativen Software DigiCon abgebildet. Die Tabelle 1, detaillierte Aufarbeitung und
Darstellung stellen einen Mehrwert für die Wissenschaft und Praxis dar, da sie erstens die Qualität
verbessern und zweitens durch die Abbildung die nötige Transparenz für die Implementierung in
der Praxis geschaffen wird. Ferner gilt es zu untersuchen, inwiefern dieser Prozess auf andere Bereiche im Bauwesen, wie den Hochbau, Brückenbau etc. anzuwenden ist und was dieser Prozess
bei Anwendung in tatsächlichen Großprojekten für die Transparenz und die Einhaltung des Zeit und Kostenrahmens beiträgt. In der folgenden Abbildung 1 sind die in dieser Arbeit behandelten
Prozesse einmal auf einer Zeitachse der Leistungsphasen nach Honorarordnung für Architekten
und Ingenieure (HOAI) dargestellt.
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Durch die voranschreitende Digitalisierung in allen Wirtschaftssektoren wird diese auch im Bauwesen immer wichtiger. Methoden wie das Building Information Modelling bilden hier die Vorreiter für das Bauen der Zukunft. Auch in der Projektabwicklung, vor allem bei immer komplexer
werdenden Großprojekten, stellt das digitale Planen und Kalkulieren einen Kernbestandteil für den
Projekterfolg dar. Jedoch herrscht dadurch die Problematik, dass die aktuell geltenden und gängigen Kostenermittlungspr...
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